Was uns die Archäologie erzählt

Die ersten archäologischen Untersuchungen ließen eine komplexe Nekropole erkennen, die über mehrere Jahrhunderte hinweg genutzt wurde und Anzeichen für verschiedene Stadien der Entstehung aufweist. Das untersuchte Gebiet weist drei Nutzungsphasen auf, die drei Arten von Gräbern entsprechen und eine fortschreitende Umstrukturierung des Gebietes erkennen lassen.

Erste Phase

Phase 1 - einfaches Grubengrab mit Grabhügelabdeckung.
Östlich eines natürlichen, in den weichen Fels gehauenen Straßenverlaufs befand sich eine Nekropole, die vermutlich vom 11. bis zum 10. Jh. v. Chr. genutzt wurde und aus kleinen, flachen, zylindrischen Grubengräbern bestand, die mit einem kleinen Steinhügel verschlossen waren, in dem ein Mensch in gebückter Haltung lag, manchmal mit einer Vase, die oft fragmentiert war.

Zweite Phase

Phase 2 - Das Grubengrab wurde teilweise mit einer großen isolierten runden Platte errichtet.
Zu einem späteren Zeitpunkt, vermutlich zwischen dem 10. und 9. Jh. v. Chr., beschlossen die Gemeinden der Gegend, dem Gebiet ein monumentales Aussehen zu verleihen: Es wurden neue Grubengräber gebaut, die mit Steinstrukturen vervollständigt und in noch ungeordneter Weise gruppiert wurden, in denen jeweils ein Mensch in gebückter Haltung mit nach oben gebogenen Beinen aufgebahrt wurde. Die Gräber waren mit einer gut bearbeiteten Steinplatte abgedeckt.
Die Gräber wurden nach Ansicht der Archäologen durch tiefe Pflugfurchen der Neuzeit besonders stark beeinträchtigt.

Schritt 3

Phase 3 - Grubengrab mit quadratischer in Längsrichtung angeordneter Sandsteinplatte als Abdeckung.

In einer dritten Phase, wahrscheinlich zu Beginn des 8. Jh. v. Chr., wurden die Gräber in den weichen Felsen gegraben und mit einer oder zwei quadratischen Sandsteinplatten abgedeckt, manchmal mit zwei vertikalen Platten an den Seiten (letztere werden als „Pseudo-Kistengrab“ bezeichnet).
In diesen Gräbern ist noch die ursprüngliche Position des Leichnams in gebückter Haltung erhalten, wobei der Kopf durch eine Kalksteinplatte geschützt ist.
Die Gräber sind am Rande einer Begräbnisstraße angeordnet und durch senkrecht in den Boden getriebene Platten in Gruppen getrennt. Jede Gruppe von Gräbern wird zur Straße hin von einer Reihe vertikal befestigter Platten umschlossen und ist durch mindestens einen Baitylos gekennzeichnet, einen gemeißelten heiligen Stein in Form eines Kegelstumpfes, der manchmal über zwei Meter hoch ist.
In dieser dritten Phase wird die Nekropole mit einem spektakulären Komplex von Statuen und Nuraghenmodellen aus Kalkstein geschmückt.

Es ist nicht bekannt, wie lange die Nekropole dieses einzigartige Aussehen beibehielt.
Gegen Ende des 4. Jh. v. Chr., mitten im punischen Zeitalter, wurden die zerbrochenen Statuen auf den Gräbern und auf der Straße vor den Gräbern aufgestellt.
So wurde direkt oberhalb der Nekropole eine Anhäufung von Steinfragmenten entdeckt, die dort zusammen mit anderen Elementen der materiellen Kultur wie Keramik aus der nuraghischen, punischen und römischen Zeit abgeladen wurden. Es ist möglich, dass die Zerstörung zu diesem Zeitpunkt stattfand, sogar freiwillig, eine andere Datierung und andere Ursachen können jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Grabbeigaben

In den Gräbern der dritten Phase wurden keine Grabbeigaben gefunden. Nur in Grab Nr. 25 wurde ein aus Ägypten importiertes Skarabäus-Siegel aus weiß glasiertem Steatit unter den Überresten eines jungen Mannes gefunden und anhand von Vergleichen auf die Zeit zwischen 1130 und 945 v. Chr. datiert.

Die Entdeckung von orientalischen Grabbeigaben in nuraghischen Gräbern ist sehr selten.

Die Entdeckung dieses wertvollen Fundes gibt Aufschluss über den Wandel in der frühen Eisenzeit und stellt die Wissenschaft vor zahlreiche Interpretationsprobleme.